Zutat:Kartoffel
| Kartoffel | |
|---|---|
| | |
| 100 g frische, geschälte Kartoffeln enthalten: | |
| Brennwert: | 292 kJ / 70 kcal |
| Fett: | 0,1 g |
| Kohlenhydrate: | 14,8 g |
| Eiweiß: | 2 g |
| Cholesterin: | 0 mg |
| Ballaststoffe: | 2,25 g |
| Rezepte, die diese Zutat verwenden | |
Kartoffeln, auch „Erdäpfel“ genannt, sind die essbaren Knollen der Kartoffelpflanze. Alle oberirdisch wachsenden Bestandteile sind ebenso wie junge Triebe und grüne Stellen an den Kartoffeln für den Menschen toxisch, da sie das Pflanzengift Solanin enthalten. Einen besonders hohen Solaningehalt haben grüne und gekeimte Kartoffeln, ebenso die Keime selbst. Das Solanin wird beim Kochen nicht zerstört, aber ausgewaschen. Daher sollte das Kochwasser weggegossen und nicht zur weiteren Verarbeitung verwendet werden.
- Kartoffeln gehören wie Tomaten, Paprika und Tabak zu den Nachtschattengewächsen. Nicht verwandt sind sie mit der Süßkartoffel.
- Bei der Zubereitung sollen Anbraten und Frittieren mit Temperaturen über 180 °C vermieden werden, da dadurch karzinogenes (krebserregendes) und evtl. erbgutveränderndes Acrylamid entstehen kann.
- Man unterscheidet neben unzähligen Sorten bei Kartoffeln drei Hauptgruppen: Die festkochenden Kartoffeln, die sich für Gerichte eignen, bei denen die Form der Kartoffel erhalten bleiben soll (etwa Kartoffelsalat, Bratkartoffeln oder ähnliches). Die vorwiegend festkochenden Kartoffeln, die so den „Allrounder“ unter den Kartoffeln darstellen, und die mehlig kochenden Kartoffeln, für Gerichte, bei der die Kartoffel weiterverarbeitet wird (etwa Kartoffelbrei, Schupfnudeln oder dergleichen).
- Neben zahlreichen Ballaststoffen enthält die Kartoffel reichlich Kalium, Vitamin C und auch B-Vitamine. Die Kartoffel ist also auch sehr gesund, egal, wie man sie zubereitet.
Nützliche Tipps
Frische
Beim Einkauf
- Darauf achten, dass die Kartoffeln keine blauen oder schwarzen Flecken (Keimaugen) haben.
Allgemeiner Hinweis zur Lagerung
- Kartoffeln, die mit etwas anhaftender Erde eingelagert werden, sind länger lagerfähig als gewaschene.
- Kartoffeln sollte man nie im Kühlschrank aufbewahren, sondern im Keller oder in der Speisekammer - trocken, frostfrei, gut belüftet und dunkel. Licht fördert die Bildung des giftigen Solanins, was an grünen Stellen und in den Keimen erkennbar ist. Lagerkartoffeln können bis zu einer Höhe von 40 cm locker gestapelt werden. Am besten ist eine gleichmäßige Temperatur von 4 bis 8 °C. Je höher die Temperatur, desto schneller keimen die Kartoffeln, was dem Nährwert und dem Geschmack schadet. Das in Kartoffeln reichlich enthaltene Vitamin C bleibt jedoch erhalten. Sogar nach dreimonatiger Lagerzeit enthält der Erdapfel immer noch 15 mg Vitamin C je 100 g. Wer keine Möglichkeit hat, Kartoffeln gut zu lagern, sollte einfach öfter in kleinen Mengen neue kaufen. Beim Händler werden sie fachgerecht gelagert.
- Kauft man Kartoffel in einer Plastiktüte, sollte man sie sofort aus dem Beutel herausnehmen, da sich im der Tüte Feuchtigkeit bildet und das mögen die Kartoffeln gar nicht.
Gesundheitshinweis
- Gesundheitsschädliches und giftiges Solanin ist in den grünen Stellen der Kartoffeln und ihren Keimen enthalten. Beim Schälen sind diese Stellen gänzlich zu entfernen!
- Kartoffelsalat nicht länger als 24 Stunden aufbewahren. Danach bilden sich schädliche Gifte aus der Kartoffel, woraus die strengen Lebensmittelvorschriften im Gastgewerbe resultieren.
Vorbereitung
Mit Erde behaftete Kartoffeln waschen und ggf. Keime entfernen. Grüne Stellen und Faulstellen entfernen, wenn diese nur klein sind. Sehr grüne und stark faulige Kartoffeln aussortieren und wegwerfen. Die Kartoffeln je nach Zubereitungsart schälen. Für Pellkartoffeln möglichst ganze Kartoffeln verwenden.
Garzeiten und Gargrad
Siehe Garzeiten
Grundlagen der Zubereitung
Mit oder ohne Schale kochen, braten, pürieren, frittieren, backen, stampfen
Kochtipps
- Kartoffeln am besten in der Schale kochen, die Vitamine bleiben dadurch erhalten und kochen nicht aus.
- Wenn möglich, immer Kartoffeln gleicher Größe verwenden, die zur gleichen Zeit gar sind. Sollte dies nicht möglich sein, die großen mit einer Gabel mehrmals anstechen.
- Das Kochwasser immer leicht salzen, somit wird das Aufspringen der Schale verhindert.
- Ihren vollen Eigengeschmack geben die Knollen durch Beigabe von etwas Kümmel zum Kochwasser frei.
- Für Saucen, Suppen, Sauerkraut usw. anstatt Mehl eine geriebene, rohe Kartoffel zur Bindung verwenden, diese einfach mitkochen lassen.
- Besonders lockeres Kartoffelpüree oder auch Kartoffelpuffer werden mit einer Prise zugefügten Backpulvers erreicht.
- Zu beachten ist, dass von etwa 1.200 g ungeschälten, mittelgroßen Kartoffeln nur etwa 900 bis 1.000 g geschälte übrig bleiben.
Kartoffelsorten
Weltweit gibt es um die 5.000 Kartoffelsorten. In Deutschland sind 206 Sorten vom Bundessortenamt zugelassen, wovon ca. 150 Sorten kommerziell genutzt werden. Man unterscheidet Früh- und Spätkartoffeln (Lagerkartoffeln) sowie festkochende und mehlige Sorten. Die Lebensmittelindustrie hat für ihre Zwecke eigene Sorten entwickeln lassen.
Bekannte Kartoffelsorten in Deutschland sind insbesondere Hansa, Sieglinde, Agria, Nicola, Linda und Bintje.
Kochtypen
Fest kochende Sorten platzen beim Kochen nicht auf, behalten auch nach dem Kochen ihre Form und bleiben fest. Sie haben von den Sorten den geringsten Gehalt an Stärke. Sie sind schnittfest, feinkörnig und feucht und nur schwach mehlig. Sie eigenen sich daher für <
- Kartoffelsalate
- Gratins
- Aufläufe
- Bratkartoffeln
- Folienkartoffeln (bedingt geeignet)
- Pellkartoffeln
- Salzkartoffeln
Vorwiegend fest kochende Sorten fallen beim Kochen nicht auseinander und kochen nach dem Kochvorgang ein wenig auf, bleiben aber noch recht fest. Ihr Fleisch ist mäßig feucht und kann in der Struktur etwas gröber als bei festkochenden Sorten sein. Die Mehligkeit ist sehr schwach bis mittel ausgeprägt. Man verwendet sie für
- Pellkartoffeln
- Salzkartoffeln
- Aufläufe
- Pommes Frites
- Gratins
- Rösti
- Bratkartoffeln (bedingt geeignet)
- Folienkartoffeln
- Salzkartoffeln
Mehlig kochende Sorten haben den höchsten Stärkegehalt unter den Kartoffeln. Sie platzen beim Kochen in der Schale auf und verbinden sich daher sehr gut mit Flüssigkeiten. Das Fleisch ist locker, trocken und überwiegend grob strukturiert bei mittlerer bis starker Mehligkeit. Man stellt aus ihnen her:
- Klöße/Knödel
- Kartoffelpüree
- Eintöpfe
- Kartoffelkuchen
- Kartoffelpuffer, Reibekuchen
- Salzkartoffeln (bedingt geeignet)
- Kartoffelsuppen
Reifetypen
Hinsichtlich der Reifezeit werden die Kartoffelsorten in Deutschland in Reifegruppen zusammengefasst.
Reifegruppe 1 = sehr früh: Sorten dieser Gruppe haben eine Vegetationszeit von 90 bis 110 Tagen. Sie werden etwa ab Mitte Juli zuerst geerntet.
Reifegruppe 2 = früh: Sorten dieser Gruppe reifen nach 110 bis 120 Tagen. Sie besitzen Ende Juli schalenfeste Knollen und sind bedingt lagerfäöhig.
Reifegruppe 3 = mittelfrüh: Nach 120 bis 140 Tagen werden diese Kartoffeln ab Ende August geerntet. Diese Sorten stellen den größten Anteil an Einkellerungskartoffeln.
Reifegruppe 4 = mittelspät bis spät: Diese Sorten haben eine Reifezeit von 120 bos 160 Tagen und verfügen dank der längsten Vegetationszeit über sehr gute Einkellerungseigenschaften.
Quelle: u.a. Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL), Erzeugnisverband Thüringer Qualitätskartoffeln e.V.
Abkürzungen:
- Sorten:
- fk = fest kochend
- vfk = vorwiegend fest kochend
- mk = mehlig kochend
- Reifezeit
- sfr = sehr früh reifend
- fr = früh reifend
- mfr = mittelfrüh reifend
- msp-sp = mittelspät bis spät reifend
- sp = spät reifend
- Sonstiges
- n = vom Bundessortenamt nicht aufgeführt (Stand: September 2012). Anmerkung: Da der Sortenschutz für Kartoffeln in Deutschland nur 30 Jahre währt, ist es möglich, dass Kartoffelsorten hier mit „n“ als „nicht aufgeführt“ gekennzeichnet sind, die Zulassung dennoch schon vor mehr als 30 Jahren erfolgte.
Tabelle
| Name | Kochtyp | Reifetyp | Stärkegehalt | Schale Form |
Sonstiges | Zug. seit |
Bild |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Salome | fk | fr | |||||
| Baccara | fk | sfr | lang-oval gelb |
Das Bild zeigt austreibende Knollen. | 2006 | ||
| Ballerina | fk | fr | Thüringer Kartoffel des Jahres 2012 | ||||
| Cascada | vfk | msp bis sp | 2009 | ||||
| Berber | vfk | fr | gelb oval |
1983 | |||
| Blue Salad Potato | fk | fr | blau rundoval |
n | | ||
| Shetland Black | fk | mfr | schwarz-lila bohnenförmig |
n | < 1900 | ||
| Highland Burgundi Red | mk | msp | weinrot langoval |
n | 1920 | | |
| Annabelle | fk | sf | langoval | Niederlande | 2002 | ||
| Nova | fk | mfr | n | ||||
| Belana | fk | fr | gelb, glatt | Nachfolger von Linda | 2000 | ||
| La Ratte | fk | mfr | dünne, gelbe Schale, länglich bis hörnchenförmig |
franz. Kartoffelsorte, ähnelt dem Bamberger Hörnchen |
|||
| Ditta | fk | mfr | gelb langoval |
Kreuzung aus Bintje und Quarta | 1991 | ||
| Filea | fk | mfr | 1993 | ||||
| Finessa | fk | mfr | n | ||||
| Gala | vfk | fr | gelb rund-oval |
Thüringer Kartoffel des Jahres 2010 Das Bild zeigt eine gewaschene, eine ungewaschene und eine aufgeschnittene Kart. |
2002 | ||
| Kerkauer Kipfler | fk | mfr | gelb sehr lang |
tschechische oder österreichische Sorte | 1941 | ||
| Linda | fk | mfr | Kartoffel des Jahres 2007 | 1974 2009 2010 |
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| Nicola | fk | mfr | mit Hansa zusammen Vorgänger von Juliette | 1973 | |||
| Selma | fk | mfr | gelb lang |
1972 | |||
| Sieglinde | fk | fr | älteste deutsche, vom Bundessortenamt zugelassene Kartoffelsorte, Kartoffel des Jahres 2010 |
1935 | |||
| Agria | vfk | mfr | gelb langoval |
1985 | |||
| Arkula | vfk | sfr | 1975 | ||||
| Bolero | vfk | mfr | gelb oval |
n | |||
| Bamberger Hörnchen | vfk | sp | Erhaltungssorte ähnelt der französ. La Ratte, in Süddeutschland verbreitet Kartoffel des Jahres 2008 |
2011 | |||
| Clivia | vfk | mfr | 1962 | | |||
| Colette | vfk | sfr | 1995 | ||||
| Conny | vfk | mfr | 1965 | ||||
| Christa | vfk | sfr | gelb langoval |
1975 | |||
| Désirée | vfk | mfr | rot oval |
1962 | |||
| Finka | vfk | sfr | gelb oval |
2001 | |||
| Granola | vfk | mfr | gelb rundoval |
1975 | |||
| Jelly | vfk | msp-sp | gelb oval |
2002 | |||
| Laura | vfk | mfr | rot oval |
1998 | |||
| Leyla | vfk | sfr | gelb langoval |
1988 | | ||
| Marabel | vfk | fr | gelb oval |
1993 | |||
| Margit (2006) | vfk | mfr | Deutschland | 2006 | |||
| Margit (1983) | vfk | sf | Deutschland | 1983 | |||
| Margit (1935) | mk | mf | Ungarn | 1935 | | ||
| Quarta | vfk | mfr | gelb rundoval |
1979 | |||
| Rosara | vfk | sfr | rot langoval |
Deutschland | 1990 | ||
| Saturna | vfk | msp-sp | Deutschland | 1970 | |||
| Secura | vfk | mfr | 1985 | ||||
| Solara | vfk | mfr | gelb oval |
Deutschland | 1989 | | |
| Tizia | vfk | sp | rot langoval |
Deutschland | 2004 | | |
| Valisa | vfk | fr | Deutschland | 1994 | |||
| Adretta | mk | mfr | Kartoffel des Jahres 2009, ein Produkt der Kartoffelzüchtung in der DDR aus dem Jahr 1975 | 1975 | |||
| Afra | mk | mfr | gelb oval |
Deutschland | 1990 | | |
| Bintje | vfk/mk | mfr | gelb rundoval |
niederl. Kartoffelsorte, Kartoffel des Jahres 2012 |
1910 | ||
| Likaria | mk | mfr | Deutschland | 1986 | | ||
| Anuschka | fk | sfr | gelb oval |
Deutschland | 2003 | ||
| Blauer Schwede | vfk | mf | dunkelblau rundoval |
Kartoffel des Jahres 2006 | unbek. | ||
| Ora | mk | sp | hellgelb rundoval |
Kartoffel des Jahres 2011 Deutschland |
1952 | | |
| Rosemarie | fk | mfr bis fr | rot | Barum | 2004 | | |
| Rote Emmalie | vfk | mfr | rot | Deutschland | 2004 | | |
| Mayan Gold | fk | fr | gelb/sehr gelb länglich |
Deutschland urspr. Südamerika |
| ||
| Rosa Tannenzapfen | fk | mfr | rosa oval |
Kartoffel des Jahres 2013 Deutschland |
1850 | | |
| Naglerner Kipfler | fk | mfr | gelb hörnchenförmig |
Österreich | 1956 | ||
| Purple Eyed Seedling | vfk | ? | rot | 1970 | |||
| Blaue Elise | vfk | mfr bis fr | blau oval |
Barum | 2004 |